Anschlag auf Transnistrien – 2

Liebe Freunde und Feinde,

hier ist die Übersetzung einer Publikation von Colonel Cassad. (Boris Rozhin)

Link zum Original (russisch): http://colonelcassad.livejournal.com/2213085.html

Prade in TransnistrienAnschlag auf Transnistrien – 2

In der ersten Publikation „Anschlag auf Transnistrien“ wurde vom Autor eine recht gute Analyse der aktuellen Situation um Transnistrien, die durch die Bemühungen der Amerikaner und ihrer Verbündeten (Ukraine, Moldau) entstanden ist, durchgeführt. Die möglichen Entwicklungen der ukrainischen Handlungsszenarien und russischen Reaktionen wurden auch betrachtet.

Doch nicht allen Punkten dieser Publikation kann man zustimmen, und meiner Meinung nach entsprechen die Schlussfolgerungen nicht vollständig der Realität.

Obwohl die psychologische und informative Einwirkung auf die ukrainische Bevölkerung ein enormes Ausmaß erreicht hat, und Russland für sämtliche Probleme in der Ukraine verantwortlich gemacht wird, fasst die überwiegende Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung die Situation adäquat auf.

Anderseits sind die Menschen müde von den ständigen Drohungen durch die ukrainische Regierung, deren Handlungen stets zum Nachteil der der ukrainischen Gesellschaft gerichtet sind. Angefangen vom konstanten Rückgang des Lebensstandards der Bevölkerung bis zur ständigen Erwartung einer Apokalypse. Das ukrainische Volk ist bereit für den Frieden, und ich denke, ihn will es auch anstreben. Sie brauchen nur noch etwas Hilfe, da die Lage ihre eigene logische Vollendung schon erreicht hat.

Betrachtung der offen zugänglichen Informationen seitens USA und Ukraine:

  • reale Ziele und Aufgaben sind bekannt. Durch eine Blockade und weiteren Aggression gegen Transnistrien soll Russland zu Vergeltungsmaßnahmen gegen die Ukraine provoziert werden;
  • durch innere und äußere Einwirkungen soll ein Zusammenbruch Russlands herbeigeführt werden. Verschärfung der Sanktionen, Beschlagnahme von Auslandsvermögen, Intensivierung der Fünften Kolonne, Destabilisierung der Lage an den Russlands Grenzen, Provokation einer bewaffneten Konfrontation zwischen EU mit NATO und Russland;
  • WSU (Militärische Kräfte der Ukraine) sind zum Teil wiederhergestellt und stellen die offensiven Gruppierungen in ATO-1 (Antiterroristische Operation in Donbass) dar, dabei wurde ein Teil der Gruppierungen und Technik nach Odessa verlegt, um dort die ATO-2 zu organisieren (Realität dieser Information wird vor Ort bestätigt);
  • USA bereiten mittels Militärausbildern und privater Militärorganisationen (wie Blackwater) die Soldaten und Kräfte der WSU auf die bevorstehenden Kampfhandlungen vor, auch jener, die in Transnistrien agieren sollen.
  • USA helfen aktiv im Vorbereiten der Gruppierungen in Moldawien und Rumänien als zusätzliches Druckmittel gegen Transnistrien.

Zum Destabilisieren der Situation in Transnistrien, sowie dem Provozieren und der Erschaffung von Bedingungen für eine Aggression gegen Transnistrien werden in erster Linie Söldner der privaten Militär-Organisationen eingesetzt, da sie ihre Aufgaben, für die sie bereits bezahlt wurden, in der Ukraine nicht erfüllt haben. Die Aufgabe erledigen, für die man bezahlt wurde, muss man so oder so.

Hier muss man anmerken, dass die erste Aggression nach den Aktivitäten der Söldner durch die moldawischen Truppen erfolgen wird. Erst dann werden die Ukrainische Truppen zur Hilfe eilen, um den sich verteidigenden Kräften der dort stationierten russischen Friedenstifter in den Rücken zu fallen.

Im Großen und Ganzen ist die Zusammenstellung der Kampftruppen so gut wie abgeschlossen, und in der nächsten Zeit ist ein Angriff zu erwarten. Auch ein Teil der ukrainischen Artillerie ist nach Odessa verlagert worden.

Nach Beurteilung der Gesamtlage durch das Kommando der ukrainischen Streitkräfte wird angenommen, dass ausreichend Mannstärke und Technik bei der ATO-1 vorhanden sein sollte, um die gesamte Frontlinie weiterhin kontrollieren zu können und mit der Entfesselung der ATO-2 in Transnistrien auch eine offensive Operation in eine bzw. zwei Richtungen möglich wäre. Vorrangige Richtung wird Donetsk sein.

Somit würde Ukraine die Probleme Transnistrien, wie auch DVR (Donezker Volksrepublik) & LVR(Lugansker Volksrepublik) innerhalb Juni-Juli auf einen Schlag lösen können, sofern Russland in diesen Konflikt nicht eingreifen würde.

Was wurde seitens Russlands unternommen:

  • Auf der Krim stationierte Kampftruppen (auch die Luftwaffe) massiv verstärkt, was eine vollständige Kontrolle über das Schwarze Meer und die umliegenden Staaten, einschließlich der NATO-Staaten, ermöglicht.
  • Partielle Verstärkung der Schwarzmeer-Flotten- Küstenschutzsysteme.
  • Auf dem Gebiet der DVR und LVR wurde mithilfe der „Urlauber“, „Nord Wind“ und der Menschen mit „Rufzeichen“ eine Formierung des 1. und 2. Armeekorpses mit allen Mitteln zur Verstärkung, inkl. erheblicher Reserven, gebildet.
  • Einsatz der Fallschirmjäger und deren Dislokation, Zusammenarbeit mit Spezialeinheiten, Einnahme und Verteidigung von Flughäfen usw. wurden geprobt,
  • Kann nicht absolut fest behaupten, doch denke ich, dass die Punkte zum Blockieren und Kontrollieren gewisser Territorien, der Zusammenarbeit hiesiger Regierungsstrukturen und Bevölkerung, Bekämpfung der Aufklärungs- und Sabotagetruppen des Gegners, Führung eines Frontalangriffs, Verfolgung, Blockieren und Neutralisieren der umzingelten Truppen des Gegners, Organisation und Aufbau/Ausrüstung der Kontrollpunkte in vollem Umfang abgearbeitet sind.
  • Ebenfalls vollständig sind die Punkte der humanitären Hilfe mittels der humanitären Konvois abgearbeitet.
  • Vorbereitung der Raketenabwehr, sowie Verteidigungsmaßnahmen gegen Luftangriffe des Gegners mittels Einsatzes aller Raketenabwehrsysteme durchgeführt.
  • Gruppierungen des westlichen Armeebezirkes haben die Vorbereitungen der Abwehr möglicher Angriffe in der Arktis, im Norden, aus Karelien in Richtung Moskau und Sankt-Petersburg durchgeführt.
  • Gruppierungen des Zentralen Armeebezirkes haben die Umsetzung weiterer Truppentransporte und die Durchführung des gemeinsamen Einsatzes von Spezialeinheiten absolviert.
  • Gruppierungen des Südlichen Armeebezirkes haben die Umsetzung der möglichen Unterstützung bei der Abwehr eventueller Aggressionen und die Umsetzung anderer Spezialaufgaben durchgeführt.
  • Gruppierungen der Fallschirmspringer haben die notwendigen Vorbereitungen für Aktionen in unbekanntem Gelände, Umgruppierungen über große Distanzen, Einnahmen von Flughäfen und die Durchführung von Spezialoperationen trainiert.

Ich denke, dass alle Defizite beseitigt worden sind. Doch die Arbeit geht weiter.

Und zum Schluss unterzeichnete der Präsident der Russischen Föderation den Erlass über „Änderungen der Verordnung über Staatsgeheimnisse“. Ab jetzt gelten die Angaben über Verluste nach oder während der Durchführung von Spezialoperationen als Staatsgeheimnis.

Somit ermöglicht der Umfang der getroffenen Maßnahmen die vollständige Unterstützung der in Transnistrien stationierten Einheiten durch die Armee der Russischen Föderation.

Alle diese Folgerungen auf Basis der offenen Informationsquellen, lassen folgende Annahmen zu:

  1. Ja, die USA haben die Macht nicht nur in Moldawien und der Ukraine übernommen, sondern auch in den baltischen Republiken, in den ehemals sozialistischen Ländern und einigen anderen Staaten. Dadurch, dass man diese Länder in die NATO integriert hat, versuchen die USA auch die ehemaligen Republiken der UdSSR unter amerikanische Kontrolle zu bringen. Das ist ein Fakt. Doch die Eindämmung und der Widerstand gegen die US-Politik werden fortgesetzt.
  1. In der Politik, wie auch in einem Krieg, ist es nicht immer von Vorteil, einen direkten Weg zu nehmen. Es gibt viele Aufgaben, die oft stark miteinander verflochten sind. Eine bestimmte Handlung kann einen entscheiden Einfluss auf den Sieg nehmen oder könnte auch eine vollständige Niederlage auslösen. Im Krieg kann der Tod von 100 Soldaten entscheidend für die Rettung von tausenden Zivilisten sein, wie es auch in Südossetien gewesen ist. Doch es kann auch einen immensen moralischen Schaden in der Armee hervorrufen, die dadurch wiederrum nicht im Stande sein wird, die gestellte Aufgabe zu lösen, wie das der WSU bei Debalzewo und bei Ilowajsk widerfuhr.
  1. Im Zusammenhang mit Transnistrien ist es somit für uns von Vorteil, wenn die ersten Schritte von der Seite Moldawiens unternommen werden. Dabei sollte man nicht erwarten, dass Russland direkt antworten würde. Doch sobald die Ukraine aus Richtung Odessa in die aktiven Kampfhandlungen eingreift, würde eine Reaktion von der russischen Seite erfolgen. Zu erklären, dass eine solche Aktion Russlands auch von der EU und seitens der internationalen Gemeinschaft als gerechtfertigt beurteilt würde, ist nicht nötig, da Russland offensichtlich gezwungen war, seine Bürger zu verteidigen, die angegriffen wurden, und alle Bemühungen der USA, Russland der Aggression zu bezichtigen, werden wieder vergeblich gewesen sein.
  1. Welche der zwei beschriebenen Varianten würde Russland wählen? Wie der Autor schreibt, die erste Variante: “Durchbruch eines Landkorridors von Rostow bis nach Transnistrien – ein völliger Blödsinn“. Die zweite Variante: „Absetzen einer Luftlandetruppe in Odessa mit dem folgenden Vorstoß nach Transnistrien. Die Wahrscheinlichkeit ist etwas höher, als der Durchbruch eines Landkorridors, doch …“

Ich denke, dass die beiden Varianten verfolgt werden.

Die erste Variante ermöglicht einen sicheren Korridor nach Transnistrien zu erschaffen, mit einer gleichzeitig legalen Lösung zum Thema Landkorridor zur Krim.

Zweitens – es ist schon lange allen klar, dass die Lösungen des Konfliktes in der Ukraine keine friedlichen Alternativen beinhalten, da der ukrainische Bürgerkrieg, der durch die USA entfacht wurde, nicht so einfach auf halbem Weg gestoppt werden kann. Besonders wenn die Ukraine sich selbst aktiv gegen friedliche Lösungen stellt. Wenn der ukrainische Präsident in jedem seiner Interview über eine russische Aggression spricht und dass er bis zum letzten Ukrainer kämpfen werde, was sollte man dann da noch erwarten??? Nur die weitere Verelendung des ukrainischen Volkes, besonders im Osten des Landes.

Die Teilnahme Russlands an Mnisk-1 und Minsk-2 ist nicht als Verrat an Noworossia zu werten, sonst würden keine 1. und 2. Armeekorps gebildet, sondern zur Sicherung des Sieges in diesem Bürgerkrieg. Und zwar zum Sieg der Kräfte, die auf Russlands Seite stehen.

Drittens – nur solch aktive Handlungen werden den Machtwechsel in den Süd-Ost Gebieten der Ukraine bewirken. Nur solch aktive Handlungen werden der Offensive der Armee Noworossias zur Befreiung der Donezker und Lugansker Volksrepubliken endgültig zum Erfolg verhelfen.

Die zweite Variante ist die geheimnisvollste und die erfolgversprechendste. Der Autor untersucht nur die Landung der Truppen auf dem Wasserweg (vom Schwarzen Meer aus), das dürfte man auch nicht ausschließen. Doch es gibt auch noch eine Möglichkeit: Einsatz der Luftlandetruppen zur Einnahme und Verteidigung der Flughäfen, um die Hauptlandekräfte dort landen zu lassen. Früher sagte man: erst den Telegraf und die Post einnehmen. Heute ist es am wichtigsten, einen Flughafen und noch ein paar Objekte einzunehmen und zu halten.

Wie diese Variante geplant worden ist und wie sie umgesetzt wird, sollte man den Generalstab der Russischen Föderation fragen. Ich denke, dass die verschiedensten Möglichkeiten berücksichtigt worden sind, um die Friedensstifter in Transnistrien zu unterstützen.

  1. Somit ist die vom Autor aufgestellte These eines Nichteingreifens Russlands, sollten Moldawien und die Ukraine Transnistrien überfallen, nicht richtig. Es ist absolut klar: Der Verzicht auf Transnistrien bedeutet den politischen Tod Russlands und nicht nur eines oder mehrerer Politiker in der Führung.
  1. Es kann mehrere Handlungsvarianten der russischen Armee und der Armee von Noworossia im Falle einer Ukrainisch-Moldawischen Aggression gegen Transnistrien geben.
  1. Also, in Transnistrien:
  • Der Start einer Aggression wird durch die Söldner der von den USA eingesetzten privaten Militärunternehmen provoziert. Angriffe erfolgen auf friedliche Ziele, Basen der Friedensstifter, sowie auf die Militärlager. Hier sollte die sich verteidigende Seite berücksichtigen, dass alle planmäßigen Aktionen der Friedenstifter vom Gegner einkalkuliert sind und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
  • Geiselnahmen der Zivilbevölkerung und der Familienangehörigen der Friedensstifter, direkter Kasernenbeschuss sowie Beschuss der direkten Dienststellen, direkter Beschuss der Fuhrparks, Hinterhalte und Verminung der Wege, auf denen die Verstärkung zu den Verteidigungsbereichen vorstößt, Anschläge auf die Führung der Republik und Armeeführung, Einsatz von Funkstörsystemen und andere Provokationen, die zur Desorganisierung der Verteidigung führen sollen, werden von den Angreifern eingesetzt.
  • Wahrscheinlich sind auch sogenannte False Flag Operationen, z.B. Angriffe auf moldauische oder ukrainische Militärangehörige. Wobei der Eindruck erweckt wird, dass sie von russischen Friedenstruppen verübt wurden.
  • Es gibt Gründe für die Annahme, dass die Moldawischen und Rumänischen Militärkräfte die aktiven militärischen Handlungen längst möglich verzögern werden. Das Verständnis für die möglichen Folgen ist da, doch die WSU sind eindeutig imstande, die Aggression sofort nach Erteilung eines Befehls zu starten.
  • Die Friedenstruppen und das Militär Transnistriens müssen unter diesen Umständen nur ein bis drei Tage durchhalten, und die Hilfe aus Russland kommt im vollem Umfang.
  1. Im Falle der Aggression durch die Ukraine und ihrer Alliierten gegen Transnistrien wird Russland absolut entschlossen reagieren, um die Friedenstruppen sowie die Menschen in Transnistrien zu schützen.

Und das wäre keine Aggression sondern eine defensive Handlung zum Schutz der Zivilbevölkerung Transnistriens, der Ost-Ukraine und Russlands. Für jedes Land existiert eine Rote Linie, deren Übertretung absolut inakzeptabel wäre. In diesem Fall ist Transnistrien diese äußerste Grenze , und es betrifft nicht nur die Ukraine oder Russland, es betrifft auch die EU und die USA.

Im Rahmen dieser Operation werden sämtliche Einheiten der Russischen Militärkräfte zum Einsatz kommen: Luftwaffe, Schwarzmeer Flotte, Luftlandetruppen, Infanterie, Marineinfanterie usw.

Eine wichtige Rolle während dieser Operation spielen die Mittel der Informationssicherheit und Cyberwaffen.

Während der Planung und Vorbereitung jeglicher Operationen können auch spezielle Aufgaben zur Verteidigung der Zivilbevölkerung sowie besonderer strategischer Objekte geplant werden.

Es ist denkbar, dass es für USA derzeit nicht rentabel ist, diesen Konflikt in der Ukraine eskalieren zu lassen. Naheliegend wäre auch, diesen „Kein Frieden – Kein Krieg“ Zustand für die Errichtung eines weiteren Drogentransportweges nach Europa über den Odessaer Hafen zu nutzen. Oder auch zum Transport weiterer Waffen in den Nahen-Osten für die unter amerikanischer Kontrolle stehende ISIS.

Für eine Beurteilung und zum Erstellen weiterer Prognosen zu solch einem komplexen Thema ist es nicht ausreichend, über allgemeine Informationen zu verfügen. Insiderwissen ist unabdingbar. Doch ab und zu ist die Verwendung des Insiderwissens auch gefährlich, da man damit viel Schaden anrichten kann…

Zusätzlich zum Thema Transnistrien.

Eine interessante Doku über den Transnistrien-Konflikt 1992 (4 Teile)

Private military contractors in USA and Transnistria.

Teil 1: https://youtu.be/H1P2BZT-YrE

Teil 2: https://youtu.be/-u2VzyNX_9s

Teil 3: https://youtu.be/-wFUwhT0l9Y

Teil 4: https://youtu.be/7kV_hpJaUdI

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